Tägliche Presseschau des magischen FC, 12.10.2011

Come on Lasse! Gute Besserung!
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Ergänzende Links bitte in den Kommentaren posten. Danke!

Flitzebogen oder andere Spannung

Im Allgemeinen sind Fußballer, egal welcher Klasse, Anfang August am Zenit der Wartezeit angekommen. Und zwar der Wartezeit bis zum Saisonstart. So ergeht es natürlich auch den Spielern in Hamburgs unteren Ligen. Doch welch Wunder, die Saison startet es erst im September. Die Stiefkinder des Amateurfußballs verbringen also die schönste Zeit des Jahres nicht bei schweißtreibenden Meisterschaftsspielen, sondern holen sich gegen Ligamannschaften den so genannten "letzten Schliff". Was bei ein oder zwei Trainingseinheiten in der Woche nicht viel heißen mag, ist aber einfach so.
Sobald jedoch das Wetter sich verschlechtert und die Tage kürzer, und ich meine sehr viel kürzer, werden, fängt der Spielbetrieb an. Da nicht nur die Tage kürzer, sondern auch das Wetter schlechter wird und in Hamburg immer noch schlecht gepflegte Grandplätze an der Tagesordnung sind und einfachsten Regenschauern nicht standhalten, werden die Sonntage häufig doch noch spielfrei. Die Absurdität des späten Saisonstart wird nur noch durch die drei- bis viermonatige Winterpause übertroffen, aber dazu mehr wenn die Jahreszeit es erlaubt.
the nasse grand!

Zurück zur Hinserie: Die ausgefallenen Spiele werden natürlich nachgeholt und zwar Anfang Dezember, naja, Prophet muss man nicht sein um zu wissen, dass auch hier schlechtes Wetter sein wird. Aber was reg ich mich auf, ich will doch nur spielen!

Comeback

Zum Leidwesen der Mannschaft bleibt festzustellen, dass ich meine Vorbereitung nun doch nicht wie angekündigt vollzogen habe. Die Gründe sind einfach und einleuchtend, zumindest für den Leser, der schon mal im Süden war. Folgende Entschuldigungen werden somit im Klassenbuch vermerkt: Hitze (35-37 Grad), Strand (s. Bild), Meer (auch s. Bild).

Gerade habe ich den Heimweg angetreten und schreibe diesen Text auf der Fahrt vom Flughafen nach Hause. Sobald ich mich akklimatisiert habe (und zwar an diesen Temperaturunterschied von fast 10 Grad), geh ich wieder laufen. Echt. Versprochen. Vielleicht schon Montag oder Dienstag.

Der Wolf beißt oder wie Schweiß Pläne zerstört

Gestern war also der Tag an dem die „aktive Erholung“ starten sollte, und was soll ich sagen: Es war ein Erfolg! Den Schweinehund mit dem Stanley-Matthews-Übersteiger ausgetrickst und bei schlappen 27 Grad um neun Uhr morgens eine knappe halbe Stunde gelaufen. So viel zum positiven Start in den Tag. In den letzten Monaten habe ich noch nie so viel geschwitzt. Das diese Art der körperlichen Betätigung zu Schweiß-Sturzbächen den Körper hinunter führt war eine Sache, die Andere war bedeutungsvoller im Ergebnis: Der sagenumwobende „Wolf“ hat sich gemeldet, und das mit Nachdruck!

Für Leser die mit diesem Begriff nichts anfangen können, sei gesagt, es handelt sich um eine schmerzhafte, durch Reibung der schweißgetränkten Innenhose hervorgerufene, Wunde, die an den Innenseite der Schenkel zu finden ist. So viel zu den Details. Dieser Wolf ist einfach nur unangenehm und brennt wie Hölle, aber das schlimmste ist, dass er die Angewohnheit hat sich erst nach Tagen wieder aus de Staub zu machen. Das bedeutet für mich, eine Trainingspause von mindestens zwei Tagen. Wie ärgerlich!

Diese unangenehme Tatsache hat aber auch positives zu Folge: Ich werde einfach nur des Morgens frühstücken und meinen Weg an den Strand antreten und im kristallklaren Wasser der Adria meine Wunden pflegen und bei 35 Grad meinem Körper den Strahlen der Sonne aussetzen. Auch schön.

Passspiel oder Stagnation

Hamburg, 27.07.09

Bevor die erste Trainingseinheit startet, sind Fussballspieler gefragt, die Ziele für die kommende Saison vorgeben. Häufig sind es die erfahrenen Spieler, die Situation nutzen, um sich innerhalb der Mannschaft zu positionieren, dem Mannschaftsrat angehören wollen oder um die Kapitänsbinde buhlen.

In unserem Team ist es da nicht anders, natürlich werden heroische Losungen ausgegeben, die wie Kriegsgeheul klingen mögen: „Diese Saison wird anders!“, „Wir werden über spielerische Mittel den Partien unserem Stempel aufdrücken!“ gerne wird auch ein „Jetzt erst recht!“ herausposaunt.

Diesen Forderungen Taten folgen zu lassen und ein System zu entwicklen, dass sich unserer niedrigen Spielklasse anpasst (ich betone ungern, dass es die niedrigste der deutschen Fussballs ist), gleicht einer Mammutaufgabe für Trainer und Spieler.

Jeder der sich in den Niederungen des Fussballs auskennt, sei es als Spieler oder noch unangenehmer als Zuschauer, weiß wie unhomogen so ein Gebilde ist. Die Trainingsbeteiligung ist anfangs euphorisch hoch, sinkt jedoch im Laufe der Saison umgekehrt proportional zur Anzahl der Spieltage.

So kann es kommen, dass sich das Trainerteam im Laufe der Saison mit nur einem halben Kader auf dem Trainingsplatz trifft und dort versucht mit immer wechselnden Teilnehmer eine Art Automatismus zu schaffen, die den Ballstafetten einer Spitzenmannschaft würdig ist. Die einfachen Spielzüge und Passsicherheit zu optimieren, ist ein schwieriges Unterfangen, dies stellt nicht nur unser Trainerteam sondern auch das des FC Bayern fest. Nicht umsonst trainiert der „General van Gaal“ (ein immer wieder gern zitiertes Wortspiel der Sportjournalie) die einfach Übungen wie direktes Passspiel, um seine Art des „Football total“ durchzusetzen und in die Köpfe der Spieler zu hämmern.

Aber wenn selbst gestanden Bundesliga- und Nationalspieler, die trotz hervorragender Technikausbildung dieses in jeder Trainingseinheit optimieren müssen, wie sieht es da mit einer Mannschaft aus, 23 Spielern aus, die sich ein Mal die Woche trifft? Ich denke: schlecht. Besser gesagt ich finde es unmögliches Unterfangen diese Abläufe und Defizite aufzuarbeiten. Und immer wieder ziehe ich vor dem Willen des Trainerstabes meinen Hut und verbeuge mich in Demut vor ihnen, da sie, angetrieben durch den Geist der 5ten Herren, nie aufgeben.

Ich bin ein Knecht, ihr seid die wahren Lichtgestalten.