Aktive Erholung oder doch nur Strand?

Es ist Montagmorgen. Um kurz nach sechs klingelt der Wecker mit einem meiner Lieblingssongs: Die ersten Klänge meiner Wohlfühl-Hymne „Good Vibrations“ von den Beach Boys drängen in mein Unterbewusstsein. Ich reibe mir an meinem ersten Urlaubstag verwundert die Augen und stelle nach einem kurzen Blick in den Spiegel fest, dass halb sieben nicht die Zeit ist um gut auszusehen.

Der erste Urlaubstag bedeutet gleichzeitig der Beginn der Vorbereitung für die kommende Saison oder ist es einfach nur echter Urlaub? Diesem Gedanken nachhechelnd stromere ich ins Bett und packe nach der Dusche meine Reisetoilette in den kleinen Kulturbeutel. Diesen wiederum verstaue ich unter Mühen in meine Reisetasche und hoffe, dass nichts ausläuft – das Ergebnis werde ich in gut sieben Stunden sehen.

Aber ich schweife ab und wollte doch eigentlich von meinen Qualen der Saisonvorbereitung schreiben. Also, es ist der erste Tag der Vorbereitung und wie der geneigte Leser bemerkt hat, werde ich die Vorbereitung nicht mit meinem Mannschaftskameraden in Hamburg verbringen. Ich breche, in der Zeit in der sich Spieler sämtlicher Hamburger Amateurmannschaften durch die Parks der Stadt quälen, in meinen Urlaub auf. Und ich habe neben dem Strandoutfit auch an mein gutes Gewissen gedacht und die Laufschuhe eingepackt. Leider gehört auch der bekannte innere Schweinehund zu den Gepäckstücken und genau diesen gilt es nun in südlichen Gefilden zu bekämpfen.

Nach kurzem Flug bin ich nun im Reisedomizil angekommen und versuche mir vorzustellen, wie ich bei diesen Temperaturen entspannt meine tägliche halbe Stunde Laufen will. Aus den Winkel des kleinen Dorfes klingt Kindergeschrei und an meiner Ferienwohnung huschen braungebrannte, fröhliche Menschen vorbei, die den Gedanken an meinen Versuch der „aktiven Erholung“ gleich ad absurdum führen. Wie zum Teufel soll ich hier morgens laufen gehen, wo doch das klare Wasser der Adria in den Augen der Urlauber zu funkeln scheint. Mich überkommt der Gedanke, dass sich mir gerade einige Ausreden aufdrängen wollen, diesen morgendlichen Läufe partout zu unterlassen. Der Schweinehund hat sich also schneller akklimatisiert als ich. Und ich schließe mit einer Boxallegorie von Rocky Balboa: „This fight ain’t over till it’s over!“ Weise, weise, der Mann, weise.

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