Passspiel oder Stagnation

Hamburg, 27.07.09

Bevor die erste Trainingseinheit startet, sind Fussballspieler gefragt, die Ziele für die kommende Saison vorgeben. Häufig sind es die erfahrenen Spieler, die Situation nutzen, um sich innerhalb der Mannschaft zu positionieren, dem Mannschaftsrat angehören wollen oder um die Kapitänsbinde buhlen.

In unserem Team ist es da nicht anders, natürlich werden heroische Losungen ausgegeben, die wie Kriegsgeheul klingen mögen: „Diese Saison wird anders!“, „Wir werden über spielerische Mittel den Partien unserem Stempel aufdrücken!“ gerne wird auch ein „Jetzt erst recht!“ herausposaunt.

Diesen Forderungen Taten folgen zu lassen und ein System zu entwicklen, dass sich unserer niedrigen Spielklasse anpasst (ich betone ungern, dass es die niedrigste der deutschen Fussballs ist), gleicht einer Mammutaufgabe für Trainer und Spieler.

Jeder der sich in den Niederungen des Fussballs auskennt, sei es als Spieler oder noch unangenehmer als Zuschauer, weiß wie unhomogen so ein Gebilde ist. Die Trainingsbeteiligung ist anfangs euphorisch hoch, sinkt jedoch im Laufe der Saison umgekehrt proportional zur Anzahl der Spieltage.

So kann es kommen, dass sich das Trainerteam im Laufe der Saison mit nur einem halben Kader auf dem Trainingsplatz trifft und dort versucht mit immer wechselnden Teilnehmer eine Art Automatismus zu schaffen, die den Ballstafetten einer Spitzenmannschaft würdig ist. Die einfachen Spielzüge und Passsicherheit zu optimieren, ist ein schwieriges Unterfangen, dies stellt nicht nur unser Trainerteam sondern auch das des FC Bayern fest. Nicht umsonst trainiert der „General van Gaal“ (ein immer wieder gern zitiertes Wortspiel der Sportjournalie) die einfach Übungen wie direktes Passspiel, um seine Art des „Football total“ durchzusetzen und in die Köpfe der Spieler zu hämmern.

Aber wenn selbst gestanden Bundesliga- und Nationalspieler, die trotz hervorragender Technikausbildung dieses in jeder Trainingseinheit optimieren müssen, wie sieht es da mit einer Mannschaft aus, 23 Spielern aus, die sich ein Mal die Woche trifft? Ich denke: schlecht. Besser gesagt ich finde es unmögliches Unterfangen diese Abläufe und Defizite aufzuarbeiten. Und immer wieder ziehe ich vor dem Willen des Trainerstabes meinen Hut und verbeuge mich in Demut vor ihnen, da sie, angetrieben durch den Geist der 5ten Herren, nie aufgeben.

Ich bin ein Knecht, ihr seid die wahren Lichtgestalten.

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